Außerschulischer Lernort zur Umwelterziehung

In den Anfängen unterstützt vom Ministerium für Umwelt und Forsten in Mainz und wissenschaftlich begleitet von der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, besteht im Rhein-Hunsrück-Kreis seit mittlerweile 15 Jahren ein Angebot für Schulen und Kindergärten, das erlebnisorientiertes Lernen in den Bereichen der Umweltbildung und Abfallwirtschaft ermöglicht.

Eine Gespenstschrecke auf einer Handinnenfläche

Riesenheuschrecken demonstrieren biologische Stoffkreisläufe, Schafe fungieren als natürliche Vergärungsanlage, auf dem Müllfriedhof wird klar, wie hartnäckig sich Plastik in der Natur hält... eine äußerst spannende Einrichtung. Kinder und Jugendliche sind die besten Multiplikatoren, um Informationen nachhaltig weiterzutragen, weil sie für neue Ideen offen sind und wissbegierig und neue Dinge schnell aufnehmen und umsetzen.

Aus diesem Grund wurde die Idee geboren, Kinder und Jugendliche zu Müllexperten auszubilden, die ihr Umweltwissen dann in verantwortungsvolles Handeln umsetzen und so aktiven Umweltschutz betreiben und in den Freundes- und Familienkreis hineintragen. Dies war auch das wichtigste Ziel des Forschungsprojektes, das von Prof. Dr. Storrer und seiner Arbeitsgruppe an der Pädagogischen Hochschule in Heidelberg im Auftrag des Ministeriums für Umwelt und Forsten in Mainz initiierten und durchführten.

Dieser Lernort liegt auf dem Gelände der Rhein-Husnrück Entsorgung mit der Kreismülldeponie Kirchberg im Rhein-Hunsrück-Kreis.

Thematische Schwerpunkte sind die Sickerwasserreinigung und die Bioabfallvergärung und regionale Energiegewinnung.

Ein gemaltes Schaf

Bei dieser Form der Verwertung werden biogene Abfälle unter anaeroben Bedingungen abgebaut und das entstehende Biogas kann thermisch verwertet werden. Im Außerschulischen Lernort wurden für diesen Verwertungsvorgang Unterrichtseinheiten entwickelt, bei denen die Kinder und Jugendlichen die Vorgänge der Methanbildung selbst erarbeiten können. Als lebende Anschauungsobjekte dienen Schafe, in deren Mägen der Vergärungsprozess ebenfalls stattfindet.

Die Problematik der Sickerwasserreinigung wird anhand von verschiedenen Experimenten anschaulich dargestellt. Der notwendige Aufbau eines Deponiekörpers kann hierbei verständlich nachvollzogen werden.

Die Unterrichtseinheiten wurden für alle Altersklassen erarbeitet, so dass die Ansprüche der Schüler immer erfüllt werden können.

Natürliche Stoffkreisläufe werden ebenfalls im Rahmen des Außerschulischen Lernortes behandelt. Mit Hilfe von Lernstationen im Freien können die Stoffkreisläufe in der Natur anschaulich erklärt werden.

Unter anderem der Müllfriedhof und die Tastkästen leiten die Kinder und Jugendlichen an, sich mit allen Sinnesorganen mit dem Thema Abfallentsorgung zu befassen.

Das ASL-Gebäude

Eine freundliche und schülergerechte Lernumgebung erhöht die Motivation der Kinder und Jugendlichen.

Deshalb wurden Schulklassen, Kindergartengruppen und sonstige Kinder- und Jugendgruppen aktiv an der Ausgestaltung des Lernortes beteiligt.

Ein weiterer Schwerpunkt des Außerschulischen Lernortes für Umwelterziehung ist die Erarbeitung von Kriterien einer umweltverträglichen Deponierung anhand einer archäologischen Reise durch frühere Epochen der Abfallentsorgung. Ein neues Projekt wird die Auseinandersetzung mit Energieformen, regionalen Energien und auch regenerative Energieformen sein. Hierzu werden zur Zeit die Konzepte entwickelt, die später als Unterrichtseinheiten zum Einsatz kommen sollen.

Besuchergruppen aus dem Rhein-Hunsrück-Kreis können den Außerschulischen Lernort nach terminlicher Vereinbarung besuchen. Das Exkursionsprogramm richtet sich vor allem an Kindergartengruppen und Schulklassen; aber auch andere Besuchergruppen sind herzlich willkommen.

Kontakt:

Rhein-Hunsrück Entsorgung
Dr. Annette Stegmayer
Tel.: 0 67 63/ 30 20 41
oder per E-Mail: a.stegmayer@rh-entsorgung.de